02.November.2007

Ab wann bin ich alt? Theater „Mach mich 18“ des Go-future-Projektes hatte Vorpremiere






Von Helen Drieling

Es geht um Probleme zwischen den Generationen, die oft auf falschen Vorurteilen beruhen.

Leer - Im Saal der Tanzschule Jüdes in Leer geht es turbulent zu, denn die Teilnehmer des Go-future-Projektes führen zum ersten Mal ihr Stück „Mach mich 18“ auf, in dem es um die Frage geht: Ab wann bin ich eigentlich alt?

Aber auch alltägliche Probleme zwischen alten und jungen Leuten werden auf der Bühne thematisiert. Da ist der alte Mann, der seinen Platz im Kino nicht findet oder der, der sich beschwert, weil die jungen Leute ihm auf der Straße keinen Platz machen.

Auf der anderen Seite sind in dem Stück Jugendliche, die gerne schon ihre Rente bekämen, dann aber feststellenmüssen, dass auch das Alter nicht nur schöne Seiten hat. Auch für die musikalische Umrahmung des Theaterstückes sorgen die Jugendlichen selbst. Die Projektband hat die Lieder sogar selbst geschrieben.

Unter den 15- bis 20-jährigen Jugendlichen, die in diesem Jahr am Go-future-Projekt teilnehmen, sind einige, die mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind, und auf richterliche Weisung dabei sind. Andere haben sich freiwillig zu dem Projekt gemeldet.

„Einige sind auch dabei, die einmal wegen richterlicher Anordnung mitmachen mussten und Spaß daran gefunden haben, und darum wieder mitmachen“, erklärt Projektleiter Paul Krüper-Wallenstein.

Das Ende der letzten Szene ist absichtlich abrupt. „Es hat Symbolcharakter, denn man fragt sich auch plötzlich, wodie Jugend geblieben ist“, sagt Norbert Knitsch, ebenfalls Projektleiter. Im Anschluss an die Aufführung können die Zuschauer mit den Akteuren diskutieren.

Alter ist nicht nur eine Sache der Perspektive. Viele Probleme zwischen den Generationen entstehen auch durch falsche Vorurteile beiderseits: Das ist die Erkenntnis des Vorpremierenabends.

Das Go-future-Projekt ist eine Kooperation zwischen dem Arbeitskreis Schule Rhauderfehn, der Jugendgerichtshilfe des Landkreises Leer und der Theaterpädagogischen Arbeitsgemeinschaft Ostfriesland. Jugendliche, die auf die schiefe Bahn geraten sind, sollen in diesem Projekt durch kreative Arbeit in der Gruppe zurück auf den richtigen Weg finden.

Am Sonnabend, 8. Dezember, ist die Premiere des Stückes „Mach mich 18“ im Zollhaus in Leer.

23.09.2006

Das Projekt

„Go Future“ ist ein Projekt der „Neuen Ambulanten Maßnahmen“. Träger des Vereins ist der Arbeitskreis Schule Rauderfehn. Finanziell unterstützt wird das Projekt für straffällig gewordenen Jugendliche vom Leeraner Kreisjugendamt. Der Verein JupS (Jugend- und präventive Sozialarbeit) steuert Sachmittel bei.

Premiere von „Zombie-Star“ ist am 18. November im Zollhaus. Beginn ist um 20 Uhr.

23. September 2006

„Zombies“ suchen den Kick auf der Bühne


von Jochen Brandt

GESELLSCHAFT Im Projekt „Go Future“ arbeiten straffällige Jugendliche an einem eigenen Theaterstück

„Der Ansatz ist gut“, sagen die Betreuer. „Weil die jungen Leute Bestätigung bekommen.“

Leer - Philip ist Wiederholungstäter. Beim ersten Mal, vor einem Jahr, musste er herkommen. Weil er nicht brav gewesen sei, wie er sagt. „Sachbeschädigungen.“ Statt eine Strafe zu verhängen, hatte das Gericht ihn zum Projekt „Go Future“ geschickt (siehe Kasten). Dort hatte Philip zum erstem Mal Theater gespielt. Und Skulpturen aus Holz geschnitzt. Es muss ihm gefallen haben. In diesem Jahr ist er wieder dabei. Freiwillig.

In einer Leeraner Ballettschule haben sich an diesem Mittwochabend gut zwölf junge Leute versammelt. Fast alle von ihnen sind in der Vergangenheit schon straffällig geworden. Jetzt proben sie für das Stück „Zombie-Star“ : eine Mischung aus improvisiertem Drama und Musical. Es geht um Idole, um Schönheitswahn und um Casting-Shows.

„Seit sechs Jahren gibt es das Projekt“, sagt Sozialpädagogin Tatjana Buchenau. „Das Jugendgericht weist uns straffällig gewordenen Jugendliche zu.“ Zudem kämen immer wieder auch Freiwillige, die von der Sache gehört hätten. Oder solche wie Philip, 17 Jahre alt, die weitermachen, obwohl sie nicht mehr müssen.

Drei Bereiche arbeiten an einem Gesamtkunstwerk: Es gibt die Musiker, die Stücke schreiben oder Beats am Computer programmieren. Es gibt die Darsteller, die singen und Theater spielen. Und es gibt diejenigen, die unter der Anleitung von Paul Küper-Wallenstein an der Kulisse und an Skulpturen arbeiten. Die Übergänge sind fließend, es gibt jede Menge personelle Überschneidungen.

Drinnen hat die Probe begonnen, und Bildhauer Küper-Wallenstein steht vor der Tür. Er schwört auf das Projekt. Weil es funktioniert, wie er sagt. Weil die jungen Leute nicht dazu gezwungen werden, sich direkt mit ihren Taten auseinander zu setzen, sondern sie über den Umweg der Kunst und die Arbeit in der Gruppe damit beginnen, ihr Verhalten zu überdenken. Philip drückt das so aus: „Wenn einer nicht mitzieht, sind die anderen genervt.“ Die Jugendlichen regulieren sich gegenseitig : und sie müssen sich wieder und wieder beweisen.

Wie an diesem Abend. Die Probe-Aufführung von „Zombie-Star“ nimmt ihren Lauf. Wer gerade nicht auf der Bühne steht, sitzt im Publikum und gehört zum Kollektiv der Regisseure und Kritiker. Kneifen gibt es nicht: Wer mit seiner Nummer dran ist, muss vor die anderen treten, alle Hemmungen überwinden und sein Lied vortragen. Die Arbeit ist konstruktiv.

Uwe, 17 Jahre, ist freiwillig dabei. Er wohnt gemeinsam mit Philip in einer betreuten Wohngemeinschaft. Der Text zum Stück, das er singt, hat er selbst geschrieben. „Ich weiß, wie es ist, der Arsch zu sein“, kommt aus den Boxen. Ein wenig unsicher noch.

Seit Februar arbeitet die Gruppe an dem Projekt, und langsam wird es ernst. Mitte November will das Go-Future-Team mit „Zombie-Star“ auf der Bühne stehen. Im Zollhaus, vor möglichst großem Publikum.

„Für viele ist der Auftritt der ganz große Kick“, sagt Küper-Wallenstein. Da müssten sich alle noch mal überwinden : Nervosität hin oder her: „Und das ist dann Bestätigung pur.“

10. Oktober 2005

Theaterspiel führt zusammen

GO FUTURE Aufführung straffällig gewordener Jugendlicher
Durch die Bühnenerfahrung lernen die jungen Leute an sich selbst neue, kreative Fähigkeiten kennen. Ihr Leben bekommt mehr Regelmäßigkeit.

LEER / SAR - Kunst statt Strafe - so lautete schon zum fünften Mal das Motto des "Go Future"- Projektes, in dem straffällig gewordene und andere Jugendliche sich über Theater, Musik und Bildhauerei zum Thema "Jugend und Gewalt" ausdrücken können. Dieses Mal war das Thema "Jugend und Cyber-Games". Die Inszenierung "Exit" wurde am Sonnabend und Sonntag im Zollhaus aufgeführt. 14 Jugendliche hatten sich beteiligt und brachten ihre eigenen Erfahrungen ein. Gespielt wurde ohne Manuskript.

Theaterleiter Norbert Knitsch sagte: "Durch das Theaterspielen entdecken sie an sich selber neue, kreative Fähigkeiten, haben sozialen Kontakt mit anderen. Sie erlernen durchzuhalten, um etwas zu erreichen."

In dem Stück geraten zwei Computerfreaks durch Viren in ein mörderisches Computerspiel. Sie werden zum Spielzeug fremder Benutzer. Ihnen wird vor Augen gehalten, dass sie durch Medien, wie gewaltverherrlichende Computerspiele, immer egoistischer werden. Sie durchlaufen Szenen in der Zukunft, in denen Gewalt, Mord und Diebstahl im Vordergrund stehen. Die beiden kommen erst dann aus dem Spiel, wenn sie einsehen, dass sie ihr Verhalten ändern müssen.

Die Zuschauer konnten die Cyberwelt hautnah miterleben, denn unterstützt wurde die Aufführung mit Monitoren und Computergeräuschen.

Umrahmt wurde die Geschichte von Rap mit Gesang, den die Jugendlichen selbst geschrieben hatten.

Im Anschluss stellten sich die Darsteller überzeugend und selbstbewusst den Fragen der Zuschauer. In der Diskussion betonten sie: "Das Theaterspielen hat uns zusammengeführt. Vor allem haben wir durch die wöchentlichen Proben wieder eine Regelmäßigkeit bekommen."

Unter der sozialen und pädagogischen Projektbetreuung von Paul Krüper (Kunst), Heidi Heibült (Musik und Fotographie), Tatjana Buchenau (Mediengestaltung und Organisation) arbeiteten die Jugendlichen neun Monate lang an der Exit-Inszenierung.

10. Oktober 2005

„Go future“ Das Theaterspiel ist ein bundesweites Projekt der „Neuen Ambulanten Maßnahmen“, das im Kreis Leer in Kooperation mit den Jugendgerichtshilfen des Landkreises und der Stadt sowie dem Arbeitskreis Schule Rhauderfehn und der theaterpädagogischen Arbeitsgemeinschaft Ostfriesland, TAG, läuft. Die TAG besteht seit 1996. Sie wurde von den Theaterpädagogen Norbert Knitsch und Gertrud Auge gegründet. Ziel der Theaterpädagogik ist es, straffällig gewordene Jugendliche zu erreichen, zu beteiligen und zu motivieren.

7. Oktober 2005

Spannende Story über zwei Computerfreaks
PROJEKT "Exit" hat morgen Premiere

Das Projekt "go future" richtet sich an straffällig gewordene junge Leute. Es läuft bereits zum sechsten Mal in Leer.

Leer / WOM - Es geht um den Umgang miteinander: Es wird gemobbt und denunziert. Jeder versucht, das Beste aus seinem Leben zu machen : auf Kosten anderer. Das ist das Thema des Projekts "go future", das bereits zum sechs Mal in Leer durchgeführt wird und in dessen Mittelpunkt diesmal ein Theaterstück steht.

"Exit" ist der Titel der Story, die elf junge Leute eingeübt haben und die sie morgen um 20 Uhr im Zollhaus erstmals zeigen. Eine weitere Aufführung ist am Sonntag um 20 Uhr. Das Besondere an diesem Präventionsprojekt: Mitwirkende sind straffällig gewordene Jugendliche und Heranwachsende aus dem Landkreis Leer, die freiwillig die Proben auf sich genommen haben. "Auch die Musikstücke wurden von den Jugendlichen selbst erarbeitet", erzählt Tatjana Buchenau vom Projektteam stolz.

Bei "Exit" geht es um die Geschichte zweier Computerfreaks, die durch neuartige Viren selber in ein mörderisches Computerspiel geraten und zum Spielzeug fremder Benutzer werden. Der Eintritt zum Theaterstück ist frei.

16. Juni 2005

Jugendliche stellen aus

Ditzum - Teilnehmer des Projekts "Go Future 2005" zeigen am kommenden Sonnabend, 18. Juni, von 11 bis 18 Uhr Holzskulpturen im "Lüttje Café" in Ditzum. Besucher können dort den Jugendlichen bei der Arbeit über die Schulter schauen.

"Go Future" wurde im Jahr 2000 ins Leben gerufen. Beteiligt sind die Jugendgerichtshilfe des Landkreises Leer, der Arbeitskreis der Schule Rhauderfehn und die Theaterpädagogische Arbeitsgemeinschaft. Straffällig gewordene Jugendliche sollen gemeinsam mit anderen Jugendlichen durch die Arbeit mit Medien wie Theater, Musik und Kunst gefördert werden.

Mit den Jugendlichen, die in Ditzum ausstellen werden, arbeitet derzeit der Bildhauer und Sozialarbeiter Paul Krüper-Wallenstein.

Freitag, den 5.Dezember 2003

"Nun treibt sie die Liebesmaschine um"
KULTUR
Jugendliche führen kommenden Montag und Dienstag Theaterstück auf

Die Straffälligen-Hilfe geht neue Wege: Sie macht mit Jugendlichen,
von denen einige mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind, Theater.

LEER/ EW-

Doch, Peter hatte schon Angst, dass er in der Jugendstrafanstalt landet. Er habe sich "voll gefreut", dass die Richterin anders entschieden habe, erinnert sich der 16-jährige. Nun macht Peter Theater, richtiges Theater. Inzwischen sogar freiwillig. Denn seine Auflage, die ihm das Jugendgericht auferlegt hatte, ist längst ausgelaufen. Kunst statt Strafe: Unter diesem Motto stehen die "Go-Future"- Projekte, die das Büro "Neue Ambulante Maßnahmen" organisiert. Mit anderen Worten: "Wir helfen straffällig gewordenen Jugendlichen", sagt Paul Krüper-Wallenstein. Er ist Bildhauer und beim "Arbeitskreis Schule" in Rhauderfehn angestellt. Die Mischung Kunst und Sozialpädagogik bringt auch seine Kollegin Heidi Heibült mit, die Musikerin ist. Als Theaterpädagoge wurde Norbert Knitsch vom "Institut für Theaterpädagogik in Ostfriesland" aus Rhauderfehn engagiert.

Freiwillig machen die Jugendlichen erst mal nicht mit. Das Gericht hat sie zu einem "sozialen Trainingskurs" verdonnert, so Krüper-Wallenstein. Weil die Straffälligen-Hilfe neue Wege gehen wollte, entstand vor drei Jahren in Zusammenarbeit mit den Jugendämtern von Stadt und Landkreis Leer das Theaterprojekt.

Die meisten Jugendlichen sind froh, dass sie in der Theatergruppe gelandet sind, statt Arbeitsauflagen erfüllen zu müssen. Manchen, wie Peter, gefiel das Spielen so gut, dass sie weiter mitmachen. "Das ist toll", sind sich alle einig.

Die Gruppe besteht aus acht Jugendlichen. Nicht alle sind straffällig geworden. Auf diese Mischung komme es an, sagt Krüper-Wallenstein. Besonders Jugendliche, die mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind, brauchten Kontakt zu Gleichaltrigen, die keine Probleme mit der Polizei haben. Ein Jahr lang haben sie sich jeden Mittwoch getroffen und ihr Stück entwickelt und geprobt. Manche haben ganz neue Fähigkeiten an sich entdeckt. Peter singt jetzt öffentlich, das hätte er sich vor zwei Jahren nicht getraut.

"Die Liebesmaschine" heißt das rund einstündige Stück, das sie kommenden Montag und Dienstag aufführen werden. Das Thema: Liebe und Gewalt. Zum Inhalt: Ein Virus vernichtet nach und nach die Liebe unter den Menschen. Zwei junge Männer entwickeln deshalb die Liebesmaschine. Die zentrale Figur des Stücks ist einem Gedicht von Paulo Coelho entlehnt. Es ist der "Krieger des Lichts", der den Menschen noch eine Chance geben und sie retten will.

"Die Liebesmaschine wird Montag und Dienstag, 7. und 9. Dezember, um 20.00 Uhr im Kulturspeicher in Leer aufgeführt. Der Eintritt ist frei, es wird hinterher um eine kleine Spende gebeten.



Der Wecker - Sonntag, den 26. Januar

"Gewalt im Kopp"

lautet der Titel des Stückes, das von jungen Leuten aus dem Landkreis Leer in den letzten zwölf Monaten erarbeitet wurde und am heutigen Sonntag um 20 Uhr im Kulturspeicher Leer aufgeführt wird. Die Mädchen und Jungen sind Teilnehmer des Projekts "Go Future". Ziel ist es,straffällig gewordenen Jugendliche und Heranwachsende mit Hilfe der Medien Theater, Musik und Bildhauerei zu erreichen. Dafür arbeiten die Jugendgerichtshilfen von Stadt und Landkreis Leer unter anderem mit dem Arbeitskreis Schule in Rhauderfehn und dem Institut für Theaterpädagogig in Ostfriesland mit Sitz in Rhauderfehn zusammen. Zwei Stücke wurden in den vergangenen zwei Jahren aufgeführt. Mitwirkende sind immer auch Jugendliche, die nicht mit dem Gesetz in Konflikt geratem sind und einfach nur Spass haben, Theater zu spielen. Nähere Informationen zu dem ungewöhnlichen Projekt sind im Internet über www.go-future-projekt.de zu erfahren oder über das Büro des Arbeitskreises Schule Rhauderfehn in Leer (Tel: 0491-66162).
Foto: Schneider-Berents

05. August 2002

Theaterpädagogen stellen Projekte vor

Theaterpädagogische Arbeitsgemeinschaft startet / Motto: Theater bildet und macht stark
Rhauderfehn. Nach dem Motto „Theater bildet und macht stark“ startet die Theaterpädagogische Arbeitsgemeinschaft Ostfriesland (TAG) unter der Federführung der Theaterpädagogen Gertrud Auge und Norbert Knitsch neue Projekte und Seminare für Freizeit, Pädagogik und Wirtschaft.

Die beiden Jugendtheater der Theaterschule Rhauderfehn werden gemeinsam „Shakespeares greatest hits“ inszenieren. Vier Shakespearestücke werden unter der Regie von Norbert Knitsch aus Rhauderfehn szenisch so verarbeitet, dass im April nächsten Jahres eine komödiantische Bühnenfassung präsentiert werden kann.

Theaterleiter Norbert Knitsch sagte: "Durch das Theaterspielen entdecken sie an sich selber neue, kreative Fähigkeiten, haben sozialen Kontakt mit anderen. Sie erlernen durchzuhalten, um etwas zu erreichen."

Unter gleicher Regie inszeniert das Erwachsenenensemble „Gecko-Theater“ ein Stück von Dario Fo, das im nächsten Jahr aufgeführt wird.

Die Zuschauer konnten die Cyberwelt hautnah miterleben, denn unterstützt wurde die Aufführung mit Monitoren und Computergeräuschen.

Im Dezember hat die Jugendgruppe der Gerichtshilfe des Landkreises Leer und des Arbeitskreises Schule Rhauderfehn in Kooperation mit der TAG Premiere. Straffällige gewordene und nicht straffällige gewordene Jugendliche arbeiten zurzeit mit Musik, Theater und Bildhauerei an einem Stück zum Thema Gewalt.

Im Anschluss stellten sich die Darsteller überzeugend und selbstbewusst den Fragen der Zuschauer. In der Diskussion betonten sie: "Das Theaterspielen hat uns zusammengeführt. Vor allem haben wir durch die wöchentlichen Proben wieder eine Regelmäßigkeit bekommen."

Weiterhin hat sich das Erwachsen-Ensemble „Augenzwinkern“ unter der Leitung von Gertrud Auge eine Premiere und drei weitere Aufführungen auf Bühnen in Ostfriesland und im Theater Alte Werft in Papenburg im September gesichert. Präsentiert wird das selbst geschriebene Stück „Nachtgewalten“.

Durch die TAG-eigene Fachliteratur, die zur Finanzierung der Kinder- und Jugendprojekte beiträgt, sei auch Interesse bei Einrichtungen entstanden, die bisher wenig Nähe zum Theaterspiel zeigten, sagen Auge und Knitsch. Die TAG Ostfriesland ist deshalb nicht nur in dieser Region tätig, sondern stößt nach Angaben der Theaterpädagogen auch im süddeutschen Raum auf Interesse. Workshops auf einem Kongress für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Freiburg und in einer Psychiatrie in Landshut stehen auf dem Programm.

Einen wichtigen Akzent für das Theaterspiel setzt die TAG Ostfriesland bei der Volkshochschule Leer mit ihren Fortbildungsprogrammen.

Unter ihrer künstlerischen Leitung steht auch der Gegenbesuch brasilianischer Künstler und Kinder, die im Dezember in Ostrhauderfehn erwartet werden. Erst kürzlich war eine Schülergruppe der Orientierungsstufe Ostrhauderfehn im Rahmen eines Projekt-Seminars in Maux87 in Brasilien, und hat dort zusammen mit über 100 Schülern der dortigen Partnerschule ihre Ideen von einem „Millenium Village“ in einem Theaterstück zum Ausdruck gebracht.

- Auf der Website www.go-future-2002.de wird der Verlauf des Jugendprojektes über Gewalt dokumentiert.

Sonntagsreport / Nr. 16 · 17. Jahrgang · 21. April 2002

Weiterhin bundesweit einmalig: Theaterpädagogisches Projekt mit jungen Straffälligen

"Gewalt" mit Medien darstellen

Leer/Rhauderfehn. Bereits zum dritten Mal ist das Projekt "Go Future" angelaufen. In Zusammenarbeit mit Behörden, dem Arbeitskreis Schule Rhauderfehn und der Theaterpädagogischen Arbeitsgemeinschaft (TAG) in Rhauderfehn sollen straffällig gewordene Jugendliche über verschiedene Medien erreicht werden. Dies ist bundesweit immer noch einmalig. Der Arbeitsschwerpunkt liegt in den wöchentlichen Proben. 
Zweites Ziel ist es, Aufführungen in Leer und in anderen Städten zu zeigen. Neben den straffälligen Jugendlichen sind auch junge Leute, die aus freien Stücken ihren Beitrag zum Gelingen des Projektes leisten wollen, mit dabei und gern gesehen.

Medien anwenden
"Go Future 2002" dreht sich rund um das Thema Gewalt. Mit den Medien Theater, Musik und Kunst in Form von Bildhauerei sollen Szenen der Gewalt dargestellt werden. Bereit bei den ersten Treffen im Jugendzentrum in Leer wurden Szenen zum Thema "Gewalt" nachgestellt. Exemplarisch wurde ein Szenario improvisiert, das einen typischen alltäglichen Konfliktaufbau zeigt: von der banalen Konfliktsituation bis hin zur Eskalation. Hieraus ergab sich der Entschluß, mit diesem Handlungsstrang eine Stückdramaturgie zu entwickeln. Spielerische Querverweise ergaben sich aus persönlichen Themen wie Sehnsucht, Wünsche, Träume, Perspektiven. Um das zu erreichen, soll Poesie in Form von Gedichten, bildnerische Gestaltung (Kunsthandwerk) und selbstgemachte Musik durch Gesang und mit Instrumenten angewandt werden. Im Bereich Bildhauerei sollen möglicherweise Masken, Gesichter und Hände aus Holz erstellt werden. Eine Teilnehmerin hat bereits ein Gedicht zum Thema Gewalt geschrieben, das auf den Internetseiten des Projektes nachzulesen ist. Die Internetadresse lautet www.go-future-projekt.de.

Auf der Bühne

Die jungen Spieler, die sich auf der Bühne gegenüberstehen, spielen das, was sie fasziniert, inspiriert aber auch abstößt. Das Alltägliche wird zum Schauplatz und zur direkten Konfrontation mit der persönlichen Lebensgeschichte. Die Aufführungen können nur einen geringen Teil der Probenarbeit zeigen. Das Wesentliche, nämlich die entstandenen Beziehungen untereinander, die Verletzlichkeit, bleiben dem Zuschauer verborgen.
Die Projektleitung haben übernommen: Heidi Heibült (Sängerin und Sozialpädagogin), Tajana Buchenau (Öffentlichkeitsarbeit, Sozialpädagogin), Paul Krüper (Bildhauer und Sozialarbeiter) sowie Norbert Knitsch (Theaterpädagoge und Schauspieler).
Der Landkreis und die Stadt Leer, der Arbeitskreis Schule Rhauderfehn (AKSR) sowie die Theaterpädagogische Arbeitsgemeinschaft Ostfriesland (TAG) sind an dem Projekt beteiligt.

 



2. Mai 2002

Webside für das Projekt "go future" 

Kreis Leer. Das Projekt heißt "go future". Nach dem Motto "Kunst statt Strafe" vereint es straffällig gewordene Jugendliche und andere Gleichaltrige im Theaterspiel. Im Jahre 2000 wurde es erstmals in die Tat umgesetzt. In diesem Jahr erfährt es die dritte Auflage. An jedem Mittwochabend treffen sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen im Jugendzentrum in Leer, um an ihrem selbst erarbeiteten Stück zu proben. Die Aufführung von "go future 2002" finden gegen Ende des Jahres statt. Das Projekt wird getragen von der Jugendgerichtshilfe des Landkreises Leer und der Stadt Leer in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Schule Rhauderfehn und der Theaterpädagogischen Arbeitsgemeinschaft TAG-Ostfriesland mit Sitz in Rhauderfehn. Wer sich für dieses in ganz Deutschland einmalige Jugendhilfeprojekt interessiert, für seine Aufgaben und Ziele, der kann sich über die Internet-Adresse www.go-future-projekt.de darüber informieren. Die Erstellung dieser Webside war Bestandteil der in diesem Jahr gestarteten Theaterinitiative. Offiziell vorgestellt wird sie auf der Internet-Messe, die am 4. und 5. Mai in den Räumen der Berufsbildenden Schulen in Leer durchgeführt wird. -cis


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