Februar 2002 |
erstes Projekttreffen |
In den Räumen des AkSR in Leer treffen sich die am Projekt 2002, vorerst 15, interessierten Jugendlichen. Es werden grundsätzliche Regularien wie Einhaltung terminlicher Vereinbarungen, Vorstellung der Teilnehmer und des Planungs-Teams, Vorstellung des Themas "Gewalt" etc. angesprochen.
März 2002 |
im JUZ Leer |
Im Veranstaltungsraum und auf der Bühne geht es bei den nächsten Treffen direkt
zur Sache: erste Szenen zum Thema "Gewalt" werden dargestellt.
Exemplarisch wird ein Szenario improvisiert, das einen typischen alltäglichen
Konfliktaufbau, ausgehend von einer (scheinbar) banalen Konfliktsituation bis
hin zur Eskalation, deutlich vorantreibt. Innerhalb einer äußerst lebendigen
Spielsequenz von vier Szenen, kann jedem Mitspieler eine Übertragung für
seinen persönlichen Alltag erlebbar und verständlich gemacht werden. Es wird
beschlossen mit diesem Handlungsstrang eine Stückdramaturgie zu entwickeln.
Text und Handlung erarbeiten sich aus der Improvisation, denn "...nur das,
was wir persönlich erfahren haben, ist unser Repertoire für die Arbeit".
Der aktuelle gesellschaftliche (politische)Bezug ergibt sich. Spielerische
Querverweise, um neue dramaturgische Fäden zu spinnen, ergeben sich aus den
persönlichen Themen, wie beispielsweise "Sehnsucht", "Wünsche",
"Träume", "Perspektiven" etc. , also aus dem (noch)
unsichtbaren und (noch) unbekannten Wissen der Mitspieler. Um diese Ebene zu
erreichen werden Poesie (Gedicht), Bildnerische Gestaltung (Kunsthandwerk),
selbstgemachte Musik (Gesang/ Instrumental) benötigt
Im Bereich Bildhauerei wird derzeitig noch nach einer
geeigneten Räumlichkeit gesucht. Vorstellbar wäre inhaltlich die Erstellung
von Masken, Gesichtern und Händen aus dem Material Holz.
April 2002 |
im JUZ Leer |


Eine Teilnehmerin schrieb diesen Text. Er soll im Stück als Sprechgesang verarbeitet werden.
| Gewalt |
|
Die Gewalt die ich beschreibe, gibt es auf jegliche Art und Weise. Für den einen ist es der Hass, der verteilt so groß das Gefühl der Macht, die dann über einen wacht. Die Gewalt als Sucht ist die, die lässt das Leben sehen als Flucht. Die Gewalt aus Schein, schenkt einem jemand zu sein. Die Gewalt die man verteilt an andere und die, die man tut sich selbst. Die Gewalt die befreit den einen, und die, die lässt das Leid verteilen ist die Gewalt, die du aus ihr machst und über sie wachst. (Jessica) |




April/Mai 2002 |
Das Projekt nimmt Form an. Es besteht eine Musikgruppe, Theatergruppe und Holzarbeitsgruppe. Die Dramaturgie des Szenarios steht, der Inhalt wird keine leichte Kost für die Zuschauer. Lebensnah, alltagsecht und doch künstlerisch in der Gestaltung, so war es geplant, so wird es sein und genau so werden die Spieler sich den Bühnen - und Zuschauerraum erobern. Die Spieler tun nicht so als ob, sie spielen das, was ihnen nah und wichtig ist. Es ist nicht nur eine Probe für die Wirklichkeit, es ist ganz nah dran, an der Wirklichkeit. Sogar näher, als wir dachten. Es ist Wirklichkeit.
Beispielsweise arbeiteten wir Anfang April an einer Szene, die den typischen Ablauf einer sich stetig steigernden Aggression bis hin zur völligen Entladung beschreibt. Tage später war die Zeitung voll von diesem Szenario. Fotos dokumentierten fast zeitgleich das, was von uns als die logische Konsequenz dessen ist, was sich in einem jungen Menschen abspielen kann, wenn er wochenlang, monatelang, vielleicht sogar über Jahre, einem ständigen Versagensgefühl ausgeliefert ist.
Eine andere Szene!
"Was kümmert mich Gewalt, ich will von dem nichts wissen, lassen Sie mich in Ruhe", so
Frau Schmitter zu einem Reporter, der gerade eine Umfrage zum Thema macht. In Szene gesetzt von Silke, verkörpert diese ausgedachte aber doch sehr realitätsnahe Rolle, eine
Mischung, kombiniert aus hocharrogantem Verhalten mit Überforderung und Angst.
Wir sprechen viel und versuchen Worte für das zu finden, was gerade gespielt wird, was uns einfällt. Denn nur das, was wir kennen, können wir auch darstellen. Wir lachen aber auch und machen zwischendurch Quatsch, vielleicht, um auch Spaß zu haben, um uns aber auch zu schützen.
Das Ensemble steht und es hat jetzt die Kraft, am Ende dieses Jahres ihr inszeniertes Geheimnis zu lüften.
Langsam bilden sich die Vorstellungen in der Musikgruppe weiter. Ein Hip-Hop Stück ist fertig, am Text wird noch gefeilt. Eigene Gefühlswelten werden interpretiert. An manchen Probenabenden sind die Musiker Beobachter der Theaterarbeiten, um die Atmosphäre des Stückes in ihren Texten zu integrieren.
Auch die Holzskulpturen nehmen Gestalt an. Damit die verschiedenen Gruppen in der Diskussion des Gesamtprojektes bleiben, kommen sie immer wieder zusammen. In diesem Monat in Form eines "Arbeitsessens".
![]() |
![]() |
August 2002 |
![]() |
25. Januar 2003 |
|
|
|
|
|
|